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Beziehungen zu Deutschland

08.11.2017 - Artikel

Stand: September 2018

Politik

Uruguay und Deutschland pflegen traditionell sehr gute Beziehungen. Bundespräsident Gauck und Frau Schadt statteten Uruguay vom 14.-16. Juli 2016 einen Staatsbesuch ab. Der Bundespräsident, der von einer großen Delegation begleitet wurde, würdigte die 160 Jahre währenden diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sowie das 100 – jährige Bestehen der deutsch – uruguayischen Handelskammer. Der uruguayische Staatspräsident Tabaré Vázquez stattete in Begleitung von 6 Ministern und 70 Wirtschaftsvertretern im Februar 2017 einen offiziellen Besuch in Deutschland mit Reisezielen in Berlin und Hamburg ab. Wichtigstes Anliegen war die Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen. Im Rahmen einer Südamerikareise besuchte die Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, Uruguay vom 10. bis 12. Mai 2017. Sie wurde von einer Unternehmerdelegation begleitet. Außerdem besuchte Staatssekretär Bomba vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Montevideo am 19. und 20. März 2017. 

In Uruguay leben derzeit einschließlich der Doppelstaater etwa 10.000 Deutsche; hinzu kommen etwa 40.000 Deutschstämmige. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung des Landes ist dies ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Deutsche Einwanderer haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wichtige Beiträge zur Entwicklung Uruguays geleistet. Ab 1935 bot Uruguay deutschsprachigen Juden Zuflucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten deutsche Mennonitengemeinden nach Uruguay aus.

Führende Kräfte der uruguayischen Gesellschaft verfügen über gute Deutschlandkenntnisse. Deutschland wird als wichtiger Teil der Europäischen Union und Akteur mit international wachsendem Einfluss wahrgenommen.

Von den politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Montevideo vertreten. Weitere Stiftungen (Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung) unterstützen verschiedene Projekte, ohne vor Ort vertreten zu sein.

Wirtschaft

Deutschland war 2017 beim Import führender und beim Export nach den Niederlanden wichtigster Handelspartner Uruguays innerhalb Europas und ist damit, nach u.a. Brasilien, China, USA und Argentinien, zugleich einer der wichtigsten Handelspartner weltweit. Eine besondere Rolle spielt der Import hochwertigen uruguayischen Fleischs. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes importierte Deutschland 2016 Waren im Wert von 250 Mio. EUR. Gleichzeitig führte Uruguay Waren aus Deutschland im Wert von 275 Mio. EUR ein.

Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen in Uruguay belief sich laut Germany Trade & Invest 2016 auf 598 Mio. Euro.  
Aktuell sind 34 deutsche Unternehmen in Uruguay aktiv. Dabei handelt es sich vor allem um den Industriesektor, die Chemie- und Pharmaindustrie sowie den Transport- und Logistikbereich. In der Regel versorgen deutsche Firmen den uruguayischen Markt durch lokale Repräsentanten/Partner oder durch Vertriebsstellen in einem Drittland, sei es von ihren Produktionsstätten in Brasilien und Argentinien aus oder von außerhalb des MERCOSUR. Deutsche Firmen, Technologie und Finanzierung sind auch im Bereich der Erneuerbaren Energien stark vertreten.

In Montevideo besteht seit 1916 eine Deutsch-Uruguayische Handelskammer mit rund 250 Mitgliedern. Sie ist der regionalen Kammer in Buenos Aires zugeordnet.

Bilaterale Verträge im Wirtschaftsbereich:

  • Handelsvertrag vom 18.04.1953 (Meistbegünstigung)
  • Rahmenabkommen über technische Zusammenarbeit vom 31.03.1971
  • Investitionsförderungsvertrag vom 04.05.1987, in Kraft seit 18.06.1990
  • Doppelbesteuerungsabkommen vom 09.03.2010, in Kraft seit 28.12.2011 (Anwendung gemäß Artikel 31, Absatz 2 ab dem 1.1.2012)
  • Abkommen über soziale Sicherheit vom 08.04.2013, in Kraft seit 1.1.2015

Kultur und Bildung

Deutschland und Uruguay pflegen einen engen kulturellen und akademischen Austausch.

Die Kooperation zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kulturinstitutionen blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Landwirtschaftsministerien beider Länder arbeiten in der Agrarforschung eng zusammen.

Das Goethe-Institut in Montevideo besteht seit 50 Jahren und ist fester und anerkannter Bestandteil der kulturellen Hauptstadtszene. Die Deutschkurse sind sehr gut besucht und die Nachfrage wächst stetig.

Der Deutschen Schule Montevideo (DSM) wurde 2013 das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und der Kultusministerkonferenz verliehen. Die 1857 gegründete Schule ist die älteste deutsche Begegnungsschule in Lateinamerika und bietet neben dem uruguayischen auch das deutsche Abitur an. Die DSM wird derzeit von rund 1600 Schülern besucht (einschließlich Kindergarten). Im Rahmen der PASCH-Initiative („Schulen: Partner der Zukunft“) des Auswärtigen Amts wird derzeit an zwei staatlichen Schulen Deutsch als Wahlfach unterrichtet

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Uruguay wurden durch ein Kulturabkommen institutionalisiert, das seit dem 08.05.1989 in Kraft ist. Der Austausch wird durch musikalische und künstlerische Veranstaltungen, durch die Förderung der deutschen Sprache („Netzwerk Deutsch“) sowie durch traditionelle Veranstaltungen der in Uruguay ansässigen deutschen Vereine aktiv gestaltet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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